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Augen & Lifting · RATGEBER

Fadenlifting: Materialien und Fadenformen

Bei Liftingfäden müssen Werkstoff, Aufbau und vorgesehene Anwendung getrennt betrachtet werden. Eine Materialabkürzung allein erklärt den möglichen Effekt nicht.

Gesicht einer Frau mit weissen Markierungslinien und einer Spritze neben der Wange
Inhaltsverzeichnis

Materialien im Überblick: PDO, PLA, PLLA und PCL

PLA ist nicht die Abkürzung für Polycaprolacton. PLA steht für Polymilchsäure beziehungsweise Polylactid; PLLA bezeichnet Poly-L-Milchsäure. Polycaprolacton wird mit PCL abgekürzt. Die ähnlich klingenden Namen sollten nicht vertauscht werden. [1] [3] [5]

BezeichnungMaterialGrundsätzliche Einordnung
PDOPolydioxanonAbbaubarer Kunststoff; auch als chirurgisches Nahtmaterial bekannt. [2]
PLA / PLLAPolymilchsäure / Poly-L-MilchsäureMaterialfamilie beziehungsweise genauer bezeichnete Form. Zusammensetzung des konkreten Produkts prüfen. [1] [5]
PCLPolycaprolactonAbbaubarer Kunststoff; nicht mit PLA oder PLLA gleichzusetzen. [1]
PolypropylenNicht resorbierbarer KunststoffFür dauerhaft verbleibendes Fadenmaterial verwendet. [1]

Die Tabelle beschreibt Werkstoffe, keine vier austauschbaren Behandlungen. Sie bestätigt weder die Eignung für eine bestimmte Region noch den Schweizer Marktstatus eines einzelnen Produkts.

Die Verwendung eines Materials zum Wundverschluss belegt nicht automatisch die Wirksamkeit eines ästhetischen Liftings. Dafür sind der konkrete Faden, seine Anwendung und passende klinische Daten entscheidend.

Ein Fadensystem kann mehrere Materialien enthalten

Nicht immer bestehen alle Bestandteile aus demselben Kunststoff. Bei Systemen mit Kegeln können Faden und Halteelemente unterschiedlich zusammengesetzt sein. Auch die Kombination eines permanenten Fadens mit abbaubaren Kegeln ist beschrieben. [5]

Fragen Sie deshalb konkret: Wird das gesamte eingesetzte System abgebaut oder nur ein Teil davon? Eine Aussage über ein einzelnes Bauteil sollte nicht als Aussage über das vollständige Implantat verstanden werden.

Für den Vergleich genügt auch die Stückzahl nicht: Länge, Dicke und Oberflächenstruktur beeinflussen die Eigenschaften eines Implantats. Zwei Produkte mit derselben Materialbezeichnung müssen sich daher nicht gleich verhalten. [3]

Fadenformen: Was ergänzt die Materialangabe?

Glatte Mono-Fäden

Sie haben keine Widerhaken. Eine angestrebte Veränderung der Hautbeschaffenheit ist nicht mit einer gleichartigen mechanischen Aufhängung durch tragende Fäden gleichzusetzen. [4]

Barbed Threads / Cogs

Diese Fäden besitzen Widerhaken, die im Gewebe Halt finden. «Cog» beschreibt die Konstruktion, nicht den Werkstoff. Ein PDO-Faden kann beispielsweise zugleich ein Cog-Faden sein. [4]

Screw- oder Spiralformen

Die Bezeichnung beschreibt einen gedrehten Aufbau. Aus der Form allein lässt sich weder eine bestimmte Volumenzunahme noch eine stärkere Hebung ableiten. [5]

Kegelfäden / Cones

Kleine kegelförmige Elemente dienen als Haltestrukturen. Ihre Konstruktion unterscheidet sich von einer glatten Oberfläche und von Widerhaken. [4]

«Mikro» ist keine Materialangabe

Ein Hinweis auf besonders feine Fäden beantwortet nicht, woraus sie bestehen. Lassen Sie sich Material, Form und Zweck nennen, statt aus dem Wort «Mikro» auf geringe Risiken oder ein bestimmtes Ergebnis zu schliessen.

Schlingen beschreiben das System oder seine Anordnung

Eine Schlinge ist kein eigener Kunststoff. Bei einer solchen Empfehlung sollten Sie zusätzlich nach dem verwendeten Produkt und dem vorgesehenen Halt fragen. Ausführliche Platzierungs- und Fixierungstechniken sind nicht Gegenstand dieser Materialübersicht.

Wie lange bleibt ein Faden im Gewebe?

Eine pauschale Monatszahl kann unterschiedliche Dinge meinen. Bei abbaubaren Fäden sind besonders zwei Materialeigenschaften auseinanderzuhalten:

Abbau und Resorption

Was damit gemeint istDas Material wird schrittweise zerlegt und vom Körper aufgenommen beziehungsweise weiterverarbeitet. Bei PDO spielt die Hydrolyse eine Rolle: Wasser spaltet Bindungen im Kunststoff. [2]

Was daraus nicht folgt«Abbaubar» bedeutet nicht, dass der Faden zu einem festen Stichtag plötzlich vollständig verschwindet.

Mechanische Festigkeit

Was damit gemeint istDie Belastbarkeit kann bereits deutlich abnehmen, obwohl noch Material vorhanden ist. Dieser Unterschied ist in Untersuchungen zu PDO-Implantaten beschrieben. [3]

Was daraus nicht folgtEin noch vorhandener Faden muss nicht mehr denselben mechanischen Halt wie am Anfang bieten.

Die sichtbare Wirkung ist eine dritte Frage. Sie lässt sich nicht unmittelbar aus einer Abbaukurve ablesen. Das Gesicht verändert sich weiterhin; ein bestimmtes Ergebnis ist nicht garantiert. [12]

Lassen Sie bei Zeitangaben immer den Bezug nennen: Materialprüfung, Untersuchung am Menschen oder erwartete sichtbare Veränderung. Für ein nicht näher bezeichnetes Produkt wird hier bewusst keine feste Abbaudauer angegeben.

Was belegt die Aussage «regt Kollagen an»?

Kollagenbildung ist eine biologische Gewebereaktion, aber noch kein Mass für eine gewünschte Gesichtshebung. In einer Untersuchung an vier Minischweinen beobachteten Yoon und Mitautoren nach dem Einbringen von PDO-Fäden unter anderem neu gebildetes Kollagen und weitere Gewebeveränderungen. [6]

Das war keine Wirksamkeitsstudie an Patientinnen und Patienten. Daraus lassen sich weder eine persönliche Erfolgsaussicht noch eine bestimmte sichtbare Haltbarkeit ableiten. Entscheidend ist, ob das gewünschte Ergebnis am Menschen mit dem vorgesehenen Produkt untersucht wurde.

Fragen Sie bei Vorher-Nachher-Bildern nach dem Aufnahmezeitpunkt und danach, ob weitere Verfahren eingesetzt wurden. Ein Laborbefund, ein Foto und eine kontrollierte klinische Untersuchung beantworten unterschiedliche Fragen.

Goldfäden und andere permanente Bestandteile

Goldhaltige Fäden gehören nicht pauschal in eine Liste vollständig resorbierbarer Kunststofffäden. Metallische Bestandteile können langfristig im Gewebe verbleiben. Bei einer Beschichtung ist deshalb auch zu klären, was nach dem Abbau eines möglichen Trägerfadens zurückbleibt. [5] [7]

Ein Fallbericht von Oh und Mitautoren beschreibt Pigmentveränderungen nach einer Laserbehandlung an Stellen, an denen Jahre zuvor Goldfäden eingesetzt worden waren. Er weist auf ein mögliches Problem bei späteren Anwendungen hin, liefert aber keine allgemeine Risikozahl und begründet kein pauschales Verbot jeder Laserbehandlung. [7]

Vor weiteren Eingriffen vorhandene Fäden angeben. Produktunterlagen sind besonders hilfreich, wenn Material dauerhaft verbleibt oder seine Zusammensetzung nicht bekannt ist.

Für die pauschalen Versprechen einer antioxidativen, entzündungshemmenden oder überlegenen verjüngenden Wirkung fand sich in den in der Ausgangsseite ausgewerteten Quellen kein ausreichender klinischer Nachweis. Ein Edelmetall oder ein höherer Preis ist kein Beleg für ein besseres Ergebnis.

«Flüssige Fäden» sind keine festen Liftfäden

Die Bezeichnung allein nennt weder die vollständige Zusammensetzung noch die Anwendungsform. Lassen Sie klären, ob ein Produkt aufgetragen oder injiziert werden soll und welche Substanzen es tatsächlich enthält. Das Wort «flüssig» bedeutet nicht «nadelfrei».

PDO wurde auch als injizierter Biostimulator experimentell untersucht. Eine Arbeit von Bernardo und Mitautoren aus 2024 untersuchte solche Injektionen an Ratten. Diese Daten sind weder ein Beleg für «aufgelöste Liftfäden» noch eine Bestätigung für Schmerzfreiheit, fehlende Ausfallzeit oder die Wirksamkeit eines bestimmten Angebots am Menschen. [8]

Eine injizierte Zubereitung besitzt nicht automatisch die mechanische Aufhängung eines durchgehenden Fadens mit Haltestrukturen. Gemeinsame Materialnamen machen die Verfahren nicht austauschbar. [4] [8]

Die konkrete Produktidentität, der vorgesehene Anwendungsweg und der zulässige Einsatz müssen geklärt sein. Dieser Ratgeber bestätigt keinen Schweizer Marktstatus eines unter «flüssige Fäden» beworbenen Produkts.

Welche Produktinformationen sollten nachvollziehbar sein?

Bitten Sie um eine verständliche Erklärung und eine Kopie der relevanten Produktangaben für Ihre Unterlagen. Sinnvoll ist, folgende Informationen zusammen mit dem Behandlungsdatum und der behandelten Region festzuhalten:

Identität und Zusammensetzung

Hersteller, genauer Produktname, Modell sowie Materialien des Fadens und weiterer Bestandteile. Der Markenname allein reicht für einen Vergleich nicht aus.

Nachverfolgbarkeit

Chargen- oder Losnummer und vorhandene Produktkennungen. Eine Charge bezeichnet eine bestimmte Fertigungsserie, nicht die Fadenart.

Vorgesehene Verwendung

Welche Anwendung beschreibt die Gebrauchsinformation, und passt diese zum vorgeschlagenen Vorgehen? Abweichungen ausdrücklich erklären lassen.

Verpackung und Hinweise

Sterilkennzeichnung, Verfallsdatum sowie Warn- und Anwendungshinweise ansprechen. Das ist keine Aufforderung, medizinisches Material selbst zu beschaffen oder einzusetzen.

Was bedeutet UDI? Die eindeutige Produktidentifikation dient laut Swissmedic der Identifizierung und Nachverfolgbarkeit von Medizinprodukten. Eine solche Kennung ist kein persönliches Wirksamkeitsversprechen. [9]

Swissmedic nennt ein erfolgreich abgeschlossenes Konformitätsbewertungsverfahren als Voraussetzung für den Marktzugang von Medizinprodukten. Aus «PDO», «PLLA» oder einer ausländischen Werbeaussage lässt sich der Status eines bestimmten Produkts deshalb nicht ablesen. Die Kennzeichnung ist produktbezogen zu prüfen. [10]

Die Dokumentationsfragen sind eine Orientierung für das Gespräch. Sie behaupten nicht, dass für jeden Faden zwingend ein bestimmter Implantatausweis ausgestellt werden muss.

Die Auswahl begründen lassen, statt eine Fadenart zu bestellen

Eine Materialliste kann die Untersuchung der vorgesehenen Region nicht ersetzen. Fragen Sie, weshalb das konkrete Produkt zum Befund und zum gewünschten Ergebnis passen soll – und welche Alternative einschliesslich Nichtbehandlung besteht.

Eine nachvollziehbare Empfehlung trennt Produkt und Behandlungsplan: Wie viele und welche Fäden sind vorgesehen, was soll damit erreicht werden und was umfasst der Gesamtpreis in CHF? Mehr Fäden oder ein teureres Material sind für sich allein keine Qualitätsnachweise.

Auch abbaubare Fäden sind nicht risikofrei. Infektionen, Fadenaustritt, anhaltende Schmerzen sowie unbefriedigende Ergebnisse gehören zu den möglichen Folgen. Materialabbau ist kein Ersatz für die Untersuchung eines Problems. [11]

Bei sichtbarem Material oder anhaltenden Beschwerden die behandelnde Stelle kontaktieren. Fäden nicht selbst ziehen oder abschneiden und Knoten nicht eigenständig aufstechen.

Weitere Fragen zu Fadenmaterialien

Ist «biokompatibel» gleichbedeutend mit allergiefrei oder risikofrei?

Nein. Eine allgemeine Aussage zur Verträglichkeit schliesst weder unerwünschte Gewebereaktionen noch Infektionen oder technische Probleme aus. Auch die Form und Menge eines Implantats beeinflussen seine Eigenschaften. [3] [11]

Ich weiss nicht mehr, welche Fäden eingesetzt wurden. Was ist sinnvoll?

Fordern Sie bei der damaligen behandelnden Stelle die Produktangaben und den Behandlungsbericht an. Informieren Sie vor weiteren Eingriffen darüber, dass bereits Fäden vorhanden sein könnten. Aus dem Namen der Behandlung allein lässt sich das Material nicht sicher rekonstruieren.

Warum gibt es hier keinen Testsieger unter den Fadenarten?

Ein sinnvoller Vergleich müsste dasselbe Ziel, vergleichbare Ausgangsbefunde, konkrete Produkte und einen ausreichend langen Beobachtungszeitraum betrachten. Eine Rangliste nur nach Materialnamen oder Abbauzeit beantwortet diese Fragen nicht.

Quellen und Einordnung

Die folgenden Angaben beschreiben Quellen und Rechercheumfang des veröffentlichten Ausgangsbeitrags. Sie behaupten keine erneute vollständige Prüfung für diese Fassung.

Im Original angegebener Recherchestand: 20. September 2026. Das Datum bezeichnet keine ärztliche Prüfung. Die Arbeiten unter [2], [6] und [8] wurden anhand ihrer Abstracts ausgewertet. Materialuntersuchungen und Tierstudien werden nicht als Nachweis eines individuellen ästhetischen Ergebnisses verwendet.

  1. Zhou X, Zhuang S, 2026: A meta-analysis of complications of thread lifting. Materialgruppen und unterschiedliche Konstruktionen; keine Häufigkeitstabelle oder Produktrangfolge übernommen.
  2. Ray JA et al., 1981: Polydioxanone (PDS), a novel monofilament synthetic absorbable suture. Grundlagen zu PDO-Nahtmaterial, Hydrolyse und Festigkeit; kein klinischer Fadenlifting-Vergleich.
  3. Martins JA et al., online 2019: Polydioxanone implants: A systematic review on safety and performance in patients. Materialabbau und Implantateigenschaften. Andere medizinische Anwendungen werden nicht mit kosmetischem Fadenlifting gleichgesetzt.
  4. Kevin Tehrani, MD, auf der ASPS-Website: What you need to know about thread lifts. Glatte Fäden, Widerhaken und Kegel; fachlicher Beitrag, keine Leitlinie. Pauschale Sicherheits- und Haltbarkeitsversprechen nicht übernommen.
  5. info Medizin: Fadenlifting – Materialien und Fadenformen. Redaktioneller Abgleich zu Abkürzungen, permanenten Bestandteilen und unterschiedlich zusammengesetzten Fadensystemen.
  6. Yoon JH et al., 2019; online 2018: Tissue changes over time after polydioxanone thread insertion: An animal study with pigs. Tierexperiment; keine persönliche Wirksamkeits- oder Haltbarkeitsprognose.
  7. Oh DY et al., 2019: Macular Pigmentation Following Low Fluence Nd:YAG Laser Procedure at Sites of Gold Thread Implantation. Fallbericht zu einer späteren Laseranwendung, kein allgemeiner Häufigkeitsnachweis.
  8. Bernardo RTR et al., 2024: Effect of poly-L-lactic acid and polydioxanone biostimulators on type I and III collagen biosynthesis. Tierexperiment mit injizierten Zubereitungen, keine Prüfung eines konkreten Schweizer Angebots.
  9. Swissmedic: Eindeutige Produktidentifikation (UDI). Zweck der Produktkennung und Nachverfolgbarkeit.
  10. Swissmedic: Marktzugang für Medizinprodukte. Allgemeine Konformitätsanforderungen; keine Bestätigung einzelner Fadenprodukte.
  11. American Society of Plastic Surgeons: Thread Lift Risks and Safety. Risiken unabhängig von einer pauschalen Materialwerbung.
  12. American Society of Plastic Surgeons: Thread Lift Results. Ergebnisgrenzen und fortschreitende natürliche Veränderungen.

Medizinischer Hinweis: Diese Informationen ersetzen keine persönliche Untersuchung oder individuelle ärztliche Empfehlung. SW BeautyBar ist Herausgeber und kein Behandlungsanbieter. Das Titelbild ist ein Symbolbild, keine Produktabbildung oder Anleitung zur Fadenplatzierung.

SW Beautybar bietet keine eigenen Behandlungen an. Die persönliche Eignung, mögliche Alternativen und konkrete Risiken besprechen Sie mit einer qualifizierten Fachperson.

Quellen & Einordnung

Verwendete Informationen und weiterführende Quellen zum Thema. Allgemeine Angaben lassen sich nicht ohne persönliche Abklärung auf den Einzelfall übertragen.

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